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1/1/2015 | “Großer Trend zur Umrüstung”

Die neuen PC-Linearaktuatoren von Thomson sind auf harte Umgebungsbedingungen ausgelegt, in denen sie bisherige Pneumatiklösungen ersetzen können. Niklas Sjöström, Produktmanager für Lineareinheiten bei Thomson, erklärt, welche Besonderheiten die Produktserie darüber hinaus mitbringt.

Warum haben Sie die PC-Serie auf den Markt gebracht, Herr Sjo- strom.


Niklas Sjöström: Die Aktuatoren der PC-Serie haben wir nach rund zwei Jahren Entwicklung im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht. Voraus gegangen war eine Abfrage bei End- verbrauchern, Systempartnern, Distri- butoren und Maschinenbauern. Der Großteil des Feedbacks war sehr ein- heitlich und die nachgefragten Eigen- schaften lauteten: einfach zu nutzen, verlässlich, robust und lange haltbar. Darauf aufbauend haben wir mit dem Planungsprozess begonnen. Heraus- gekommen ist eine Lösung, die wir als sehr gut geeignet für gewisse Be- reiche ansehen – vor allem um existie- rende pneumatische Zylinder und Sys- teme zu ersetzen.

Welche Antriebsmechanik steckt hinter der PC-Serie? Ein Ku- gelgewindetrieb?


Sjöström: Ja, alle Geräte der PC-Serie arbeiten mit Kugelgewindetrieb. Im Vergleich zu pneumatischen Lösun- gen bedeutet das: mehr Kraft, grö- ßere Präzision, bessere Beherrschbar- keit und mehr Flexibilität in der Maschine. Dazu kommt ein geringeres Laufgeräusch. Ganz wichtig ist aus unserer Sicht eine unkomplizierte Um- rüstung. Deshalb haben wir die Serie nach ISO-Standard 15552, dem übli- chen Pneumatikstandard, geplant.

Welche Anwendungsbereiche und Applikationen haben Sie mit der neuen Baureihe im Blick?

Sjöström: Wir sehen die Aktuatoren vor allem in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, im Material Handling und bei Outdoor-Applikatio- nen. Das gesamte Gerät ist aus Edel- stahl, mit Ausnahme des Abschlusses aus eloxiertem Aluminium. Diese Ei- genschaft, verbunden mit der Schutz- art IP65, privilegiert die PC-Serie für raue Umgebungen und hohe Bean- spruchung. Ein weiteres Key Feature ist das RediMount-System, das wir auch für andere Produkte benutzen. Konkret ist das eine einfache dreistu- fige Lösung, um einen Motor in weni- ger als drei Minuten zu montieren – die Falschmontage wird dabei ausge- schlossen.

Wie sieht es seitens der Abmes- sungen aus?

Sjöström: Wir haben die Geräte so klein gehalten, wie es heute bei Heavy-Duty-Aktuatoren möglich ist. Wir gehen mit der Größe des Motors runter, die Lager werden kleiner und dadurch können wir das Risiko von Schäden an der Motorwelle minimie- ren. Das RediMount-System, das als In-Line-und auch als parallele Lösung existiert, ist so konstruiert, dass es mit mehr als 600 verschiedenen Motorty- pen verschiedener Hersteller kompati- bel ist.

Thomson selbst stellt keine Mo- toren her?

Sjöström: Nein, aber als Teil der Da- naher-Gruppe haben wir Schwester- unternehmen, die darauf spezialisiert sind. Wir können diese Motoren an- bringen und so komplette Antriebe bereitstellen. In den meisten Fällen kümmert sich allerdings der Kunde selbst darum, weil er fast immer schon einen Partner an der Hand hat, wenn es um Motor und Antrieb geht.

Der Aktuatorteil ist also einfach gegen pneumatische Systeme aus- zutauschen. Wie sieht es auf der Motorseite aus?

Sjöström: Das ist zwar nicht ganz so einfach, aber auch hier handelt es sich um Basics im Bereich Mechanik und Elektronik. Auch hier ist die simple dreistufige Lösung, ob gerade oder parallele Bauform, im Grunde eine Plug&Play-Lösung.

Sie antworten mit der PC-Serie also auf die wachsenden Ansprü- che hinsichtlich einfach installierba- rer und konfigurierbarer Lösungen, für die kein Spezialwissen erforder- lich ist?


Sjöström: Richtig. Die einfachen Fea- tures zur Installation sind sehr wich- tig. Vergleicht man die gesamte An- zahl der Komponenten – zwischen pneumatischer Lösung und elektro- mechanischer – so ist diese bei der pneumatischen weitaus höher.

Aber eine pneumatische Vari- ante benötigt mehr Platz.

Sjöström: Genau. Zudem erreicht man niemals die Präzision und die Fle- xibilität eines elektromechanischen Systems mit einem pneumatischen. Zwar ist der Anschaffungspreis eines elektromechanischen Antriebs etwas höher, dafür benötigt man keine Druckluftversorgung und keinen Kompressor. Wir haben einen Ener- giesparkalkulator entwickelt, mit dem man die jeweiligen Kosten gut ver- gleichen kann.

Und der zeigt, dass die Be- triebskosten bei pneumatischen Lö- sungen deutlich höher sind? Sjöström: Ja, exakt. Dazu kommt noch die Wartung. Sie ist auf elektro- mechanischer Seite deutlich einfacher als auf der pneumatischen.

Aber Sie sprechen mit der PC- Serie beide Einsatzfälle an – Neu- einbau und Retrofit?


Sjöström: Ja. Die Designidee war ur- sprünglich, pneumatische Systeme zu ersetzen. Aber viele Kunden sind von Beginn an unseren Aktuatoren inte- ressiert und setzen gleich bei der Pla- nung auf diese Variante. Dabei über- zeugt sie mit höherer Präzision, mehr Flexibilität, Seitenlast-Eignung und zudem braucht ein Pneumatikzylinder etwa die vierfache Baugröße, um die Kraft des Pendants aus der PC-Serie zu erzeugen.

Wie nehmen Sie den Wechsel von pneumatischen zu elektrome- chanischen Antrieben in der Ferti- gung wahr?


Sjöström: Es geht schneller und schneller. Wenn Sie den gesamten Markt betrachten, erfolgt die Umrüs- tung von pneumatischen zu anderen Typen in rund zehn Prozent der An- wendungen. Fünf bis sieben Prozent davon sind dann elektromechanisch. Der Anteil wächst aber von Jahr zu Jahr. Dennoch wird es immer einen Markt für die Pneumatik geben, ge- rade in Applikationen, in denen es einfach nur von Punkt a nach Punkt b geht. Also werden auch beide Märkte weiterhin parallel existieren.

Auch einige andere Firmen un- terstützen ihre Kunden beim Um- stieg von pneumatischen hin zu elektromechanischen Systeme. Was unterscheidet Sie dabei von den anderen?

Sjöström: An dieser Stelle sprechen allein die Eigenschaften der PC-Serie für sich. Wir bieten bis zu 1.200mm Hublänge, Kräfte bis zu 6.000N und eine außergewöhnliche Lebensdauer. Auf den Punkt gebracht ist es unge- fähr so: Wir bringen Sie von Rom nach London und dann weiter nach Chicago, während alle anderen aber noch in London festhängen.

Wie sind Ihre Erwartungen in die PC-Serie?

Sjöström: Der Markt ist bereit und wir sehen einen großen Trend zur Umrüstung und ebenfalls eine hohe Nachfrage. Viele Maschinenbauer, zum Beispiel in der Verpackungsin- dustrie, werden einfach von ihren Kunden, den Endanwendern, dazu getrieben, Energiekosten zu reduzie- ren. Das ist einer der Schlüsselaspekte für die Nachfrage.

Der Trend ist also eigentlich durch den Endverbraucher getrie- ben und die Maschinenbauer haben zu folgen?


Sjöström: Die Maschinenbauer müs- sen folgen, genau.

Vielen Dank für das Gespräch

Effizienzvorteile gegenüber Pneumatik

Laut Thomson verfügen die PC-Linearaktuatoren über die derzeit höchste Leistungsdichte auf dem Markt. Die hocheffizienten Kugelgewindetriebe der Serie verfügen über einen Wirkungs- grad von über 80% und verbrauchen nur dann Energie, wenn die Last bewegt wird. Durch IP65-Schutzklasse und kantenloser äußerer Form können sie zudem Anwendungen mit Spritz- und Spülwasser eingesetzt werden. Die Aktuatoren der PC-Serie in den Größen 25, 32 und 40 weisen im Querschnitt eine Kantenlänge von 34, 45 bzw. 55mm auf, liefern aber 6.000N Schubkraft. Die erhältlichen Hublängen reichen bis 1.200mm und sind damit doppelt so lang wie die meisten elektrischen Aktuatoren anderer Hersteller in vergleichbaren Baugrößen. Neben der Unterstützung durch Thomson-Mitarbeiter hält die Website des Unternehmens Online-Tools zur Auslegung, Auswahl und Planung der Komponenten bereit, um den Konstruktionsprozess für die Anwender so einfach wie möglich zu gestalten.

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